Zwei Brandschutzfachmänner von A+W geben Tipps für angehende Brandschutz-Fachpersonen

Vom Bau zum Brandschutz – zwei Brandschutz-Mitarbeitende erzählen (Interview 2/2)

Zum Brandschutz kommt man eigentlich nur über Umwege. Denn eine direkte Erstausbildung im Brandschutz gibt es in der Schweiz nicht. Entsprechend vielfältig sind die beruflichen Hintergründe der A+W-Mitarbeitenden des Teams Brandschutz. Zwei von ihnen erzählen, wie sie Brandschützer wurden: Leeroy Bytyqi, Projektleiter Brandschutz, und Stephan Diethelm, Teamleiter Brandschutz.

Im letzten Beitrag haben Leeroy und Stephan erzählt, wie man Brandschützer wird. Hier sprechen sie darüber, was einen guten Brandschützer ausmacht und liefern Tipps für angehende Brandschutz-Experten.

«Brandschutz ist mehr als das Befolgen von Vorschriften», Leeroy Bytyqi, Projektleiter Brandschutz

Auf die Frage, was einen guten Brandschützer ausmacht, kommt die Antwort von Leeroy schnell: Ein guter Brandschützer verstehe es, seinen Kunden das Thema Brandschutz beizubringen, sie dafür zu sensibilisieren. Das ist eine hohe Kunst. Denn leider sei es immer noch so, dass Brandschutz von den Projektbeteiligten als notwendiges Übel betrachtet wird – «als etwas, das man einfach machen muss, weil es Vorschrift ist», erzählt der Projektleiter. Darum sei es die Aufgabe im Brandschutz, den Architekten, Fachplanern oder Zeichnern die Wichtigkeit und den Sinn des Brandschutzes zu vermitteln. Denn Brandschutz erfüllt keinen Selbstzweck: «Immerhin retten wir mit unserer Arbeit schlussendlich Menschenleben».

Stephan stimmt zu und ergänzt: «Kompetente Brandschützer haben nicht nur viel Erfahrung auf dem Bau und wissen, «wie der Laden läuft», sondern können auch spontan vor Ort reagieren und Auskunft geben.» Entdecke ein Brandschutzfachmann oder -experte auf der Baustelle, dass etwas nicht funktioniert, sollte er den Fehler nicht nur bemängeln, sondern gleich einen Vorschlag zur Verbesserung der Situation liefern können. Kritik sei Teil des Brandschutzes – aber wenn, dann bitte konstruktiv.

Ein Brandschutz-Experte von A+W über die Qualitäten eines guten Brandschützers
Stephan Diethelm, Brandschutzexperte und Teamleiter Brandschutz erzählt

Darum ist Amstein + Walthert ein guter Arbeitgeber für Brandschützer

Leeroy schätzt an A+W als Arbeitgeber vor allem das breite interne Know-how, das in der Firma vorhanden ist. Damit meint er einerseits die grosse Ausbildungsvielfalt innerhalb des Teams, aber auch die vielen verschiedenen Bereiche von A+W: «Im Gegensatz zu reinen Brandschutz-Firmen können wir als Brandschützer bei A+W auch Wissen ausserhalb des Brandschutz-Bereiches inhouse einholen. Wenn wir etwa eine Sprinkleranlage einplanen, können wir uns mit den entsprechenden Experten dieses Fachgebiets austauschen.» Dieses breite Fachwissen des Brandschutz-Teams und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit ermögliche es im Brandschutz von A+W überhaupt, solch grosse Projekte wie The Circle oder dem Andreasturm planen zu können. Und diese Grossprojekte machen Freude. Leeroy verspüre schon «eine Art Berufsstolz, wenn ich sagen kann: Bei diesem Gebäude habe ich mitgearbeitet, da war ich dabei.» – «…und es hat noch nicht gebrannt!», fügt Stephan lachend hinzu.

Aber internes Know-how und Grossprojekte sind noch nicht alles, was Amstein + Walthert zum guten Arbeitgeber macht: Die beiden Brandschützer schätzen vor allem das grosse Vertrauen, das ihnen vom Unternehmen geschenkt wird. Keine Selbstverständlichkeit, denn die Projekte, welche die Mitarbeitenden selbständig ausführen sind gross und kostspielig. Und davon gibt es bei A+W sehr viele. Wer bei A+W im Bereich Brandschutz arbeitet, muss sich keine Sorgen um Aufträge machen. Die enorme Nachfrage nach Brandschutzfachmännern/frauen und -experten/innen habe sich seit der neuen VKF-Regelung (s. Interview 1/2) weiter verstärkt.

Projektleiter Brandschutz von A+W im Interview
Leeroy Bytyqi, Projektleiter Brandschutz im Interview

Geduld und ein starkes Team – Tipps für angehende Brandschützer

Stephan und Leeroy haben im Bereich Brandschutz bereits mehr als nur Fuss gefasst. Welche Tipps geben sie angehenden Brandschützern mit auf den Weg? «Geduldig sein!», so Leeroy. Brandschutz sei ein komplexes Thema, das man nicht von heute auf morgen lernen könne. Bei ihm habe es Jahre gedauert, das Metier im Detail zu verstehen. Wer neu im Brandschutz ist, «macht quasi eine Zweitlehre» – da dürfe man nicht erwarten, innerhalb von ein paar Monaten zum Experten zu werden. Wer sich aber für den Brandschutz und dessen Richtlinien interessiert, Fragen stellt und aufmerksam beobachtet, der würde die «Lernphase» gut überstehen. Genau darum rät Stephan angehenden Brandschutzspezialisten, in einem Unternehmen zu arbeiten, das ein mehrköpfiges Brandschutz-Team beschäftigt. So kann man als junger Brandschutzfachplaner von erfahrenen Team-Kollegen lernen, Vorschläge und Pläne challengen lassen und wertvolle Inputs erhalten. Brandschutzspezialisten in der Ausbildung rät er davon ab, direkt als «Einzelkämpfer» – also ohne Team – in einem Kleinunternehmen tätig zu sein.

«Als Brandschutzspezialist muss man sich einen Namen machen», Stephan Diethelm, Teamleiter Brandschutz

Eine Herausforderung in seinem Job als Projektleiter Brandschutz sieht Leeroy darin, ad hoc – also beispielsweise direkt auf der Baustelle – Auskunft geben zu müssen: «Die Normen und Vorschriften müssen sitzen. Wer bei Rückfragen lange in den VKF-Brandschutznormen blättern muss, verliert jegliche Glaubwürdigkeit.» Dabei sind gerade Glaubwürdigkeit und Expertise das A&O im Brandschutz. Dem stimmt Stephan zu: «Wir bei A+W betreiben aktives Networking und stellen sicher, dass wir uns bei den zuständigen Behörden einen Namen machen. Dadurch verläuft die Zusammenarbeit zwischen Amstein + Walthert und beispielsweise der Feuerpolizei effizienter und unkomplizierter – das erleichtert die Arbeit enorm.»

«In der Schweiz brennt es halt leider in jedem Kanton anders», erzählt Stephan weiter. Damit meint er, dass die Brandschutznorm in gewissen Kantonen etwas anders ausgelegt werden. Das mache die Arbeit des Brandschutzspezialisten nicht immer ganz einfach. Oft müsse er interkantonal tätigen GU’s erklären, warum eine Massnahme an einem Ort funktioniere, am anderen aber nicht. Da müsse man als Brandschützer viel Aufklärungsarbeit betreiben.

Und jetzt? Mögliche Karrieren eines Brandschützers bei A+W

Wo sehen sich der Projektleiter und der Teamleiter Brandschutz in ein paar Jahren? Leeroy weiss: «Im Prinzip steht mir bei A+W die klassische Karriere offen. Jetzt bin ich Projektleiter, in ein paar Jahren könnte ich Senior Projektleiter und später beispielsweise Teamleiter Brandschutz werden. Es wird sich aber noch zeigen, welche Möglichkeiten sich ergeben – ich arbeite ja erst seit ein paar Jahren im Brandschutz bei A+W.»
Die Zukunftspläne von Stephan, dem Teamleiter Brandschutz, sehen anders aus: «Ich möchte noch mehr Verständnis für das Thema Brandschutz schaffen – sowohl intern als auch extern. Darum gebe ich Brandschutz-Kurse an der A+W-University und doziere an der HSLU im Thema Brandschutz.»

Bei A+W gibt es also nicht nur viele Wege, die zum Brandschutz führen, sondern auch viele Wege innerhalb des Brandschutzes.

Möchtest auch du in einem diversen Team arbeiten und deine breitgefächerten Fähigkeiten unter Beweis stellen? Dann bewirb dich bei uns! Wir freuen uns auf dich.

Sarah Enzler
Über den Autor:
Sarah Enzler – HR Assistentin
seit 2017 bei Amstein + Walthert
seit 2017 bei Amstein + Walthert
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