Markus Zwyssig Hochbauamt Graubünden

Technik am Bau: Hochbauamt Graubündens Projektleiter Markus Zwyssig

Amstein + Walthert bearbeitet diverse interessante Projekte im Auftrage des Hochbauamtes Graubünden. Mit Markus Zwyssig als Projektleiter seitens der Bauherrschaft konnten wir den Erweiterungsbau und die Sanierung der Villa Planta des Bündner Kunstmuseums in Chur mit diversen Disziplinen erfolgreich unterstützen.

Amstein + Walthert bearbeitet diverse interessante Projekte im Auftrage des Hochbauamtes Graubünden. Mit Markus Zwyssig als Projektleiter seitens Bauherrschaft konnten wir den Erweiterungsbau und die Sanierung der Villa Planta des Bündner Kunstmuseums in Chur mit diversen Disziplinen erfolgreich unterstützen. Wir freuen uns auf die weitere spannende Zusammenarbeit speziell im Bereich «digitales Bauen».

Wird BIM bei den Projekten des Hochbauamtes bereits angewendet? Wenn ja, in welcher Tiefe und bei welchen Projektarten? Was sind Ihre Erfahrungen?

Das Hochbauamt Graubünden begleitet gerade diverse Projekte, die durch BIM geprägt sind. Ich denke hierbei beispielsweise an den Unterhaltsstützpunkt des Tiefbauamts auf dem Bernina-Pass, welches wir zusammen mit den Architekten Bearth & Deplazes ausführen. Hier wurde zusammen mit dem Architekten und den Fachplanern ganz zu Beginn das Modell mit BIM aufgebaut. Das hilft allen Beteiligten bei der Veranschaulichung kritischer Punkte sowie als gemeinsame Diskussionsgrundlage.

Ein anderes Beispiel ist die Erneuerung des Tagungszentrums beim Plantahof in Landquart, ein Projekt das wir zusammen mit Nickisch Walder Architekten sowie Amstein + Walthert in BIM durchführen.
Bei all diesen Projekten sammeln wir wichtige Erfahrungen. Zum Beispiel wird es deutlich, dass sowohl ein BIM-Koordinator/-in, ein Datenfeldkatalog und vieles mehr definiert werden müssen. Ausserdem hat jedes der Projekte unterschiedliche BIM-Anwendungsfälle. Beim Neubau des Verwaltungszentrums «sinergia» in Chur wollen wir das BIM-Modell für den Betrieb und Unterhalt über den Lebenszyklus des Gebäudes nutzen. Hier arbeiten wir am BIM to FM inklusive modellbasierter Bauwerksdokumentation. Das sind einige der Projekte, mit denen sich das Hochbauamt Graubünden beschäftigt. Auch künftig wollen wir uns im BIM-Bereich weiter einbringen und positionieren.

Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit BIM bei den Projekten, die das Hochbauamt Graubünden in den letzten Jahren verwirklicht hat?

Aus dem Dialog mit anderen BIM-Beteiligten entnehme ich immer wieder, dass wir inmitten einer Transformation stehen. Während man früher noch gelernt hat, mit Rapidographen zu zeichnen, musste man sich mit dem Aufkommen von CAD mit einer neuen Technologie auseinandersetzen.Und heute ist es BIM. Diese technologischen Entwicklungen sind normal, insofern wird BIM in ein paar Jahren wohl wieder als Standard gelten. Meine Kinder, 10 und 11 Jahre alt, benutzen auf dem iPad Minecraft, ein Spiel, bei dem auch Fantasiegebäude gestaltet werden. Es ist für mich als Vater spannend zu beobachten, wie die Kids solche Technologien mühelos anwenden und ihre Vorstellungen umsetzen.

Heraklit, ein griechischer Philosoph, meinte um 520 v. Chr. mal: «Nichts ist so beständig wie der Wandel.» Heute ist es für die Organisationen wichtig, das Change Management anzupacken. Auch wir werden uns anpassen müssen. Insofern ist es wichtig, neue Technologien zu nutzen, die Chancen wahrzunehmen und sie zu etablieren. Hierfür braucht es auch Aus- und Weiterbildung. Das wollen wir im Hochbauamt Graubünden unterstützen.

Wird das Hochbauamt in Zukunft alle Bauprojekte mit der BIM-Methode ausschreiben? Wenn ja, in welcher Tiefe und gibt es schon einen Zeitpunkt?

Grundsätzlich möchten wir alle Projekte mit BIM realisieren. Sicherlich werden wir das in Abhängigkeit von der Grösse und Komplexität des einzelnen Projekts prüfen. In ein paar Jahren wird das wohl nochmals anders aussehen. Zusammen mit unserem BIM-Verantwortlichen Pascal Dietschweiler wollen wir vom Hochbauamt Graubünden diese technologischen Entwicklungen selbstverständlich nutzen und vorantreiben.

Sehen Sie den Einsatz der Mixed-Reality-Brille in Zukunft als Standard? Wenn ja, wo hauptsächlich?

Tools wie diese Mixed-Reality-Brillen sehe ich als Hilfsmittel für die unterschiedlichen Stakeholder im Bauwesen: Architekten, Projektentwickler oder auch die effektiven Hauskäufer und -nutzer. Sicherlich findet sich eine Vielzahl Anwendungsfälle. Nach wie vor werden die «traditionelleren» Vorgehensweisen, wie beispielsweise der Modellbau aus Gips oder Karton, angewandt. Einen effektiven Zeithorizont zu nennen, wann wir diese Technologien übernehmen, fällt mir schwer. Aber irgendwann wird der Bedarf da sein und dann ist es wohl auch kein Thema mehr.

Herzlichen Dank für das Interview, Markus.

Übrigens, unser Portfolio an massgeschneiderten Dienstleistungen und Lösungen zum digitalen Planen, Bauen und Bewirtschaften findest du in unserer aktuellen Broschüre zum Thema BIM.

Über den Autor:
Marion Jarusel – Unternehmenskommunikation & Marketing
seit 2017 bei Amstein + Walthert
seit 2017 bei Amstein + Walthert
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